Spring nicht: Unterschied zwischen den Versionen
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| − | In ihrem weißen Nachthemd wirkte sie wie ein Gespenst, als sie seufzend aus ihrem großen Bett stieg. Ihre Amme lag dort, in tiefem Schlaf versunken und schnarchte in einer Lautstärke, die | + | In ihrem weißen Nachthemd wirkte sie wie ein Gespenst, als sie seufzend aus ihrem großen Bett stieg. Ihre Amme lag dort, in tiefem Schlaf versunken und schnarchte in einer Lautstärke, die Charani keiner Frau zugetraut hätte, wenn sie es nicht selber jede Nacht hätte hören können. Wie immer schlief sie so tief, daß sie nicht bemerkte, wie Charani ihr Zimmer verließ. "Und sowas soll meine Unversehrtheit bewahren." schnaufte sie in Gedanken. Sie ging zu ihrer Truhe und holte in gewohnter Stille und Umsicht ihren dunkelblauen Lieblingsmantel hervor. Sie warf ihn sich über die Schultern und begann ihren müden nächtlichen Lauf, wenn sie wieder einmal nicht schlafen konnte, die Finger an ihre hämmernden Schläfen gepresst. Wenn dies eine gute Nacht war, würde sie nach ihrem nächtlichen Spaziergang durch die Burg vielleicht doch noch etwas Schlaf finden. |
| − | Mit einem erleichterten Ausatmen löste sie den strengen Zopf, den ihr Vater für angemessen hielt, und den ihre Amme zur Perfektion gebracht hatte und fühlte sich, als würde sie die Fesseln um ihren Kopf ablegen und endlich frei denken können. Sie schlüpfte schnell in ihre Fellstiefel und wickelte den Mantel fest um ihren Körper. Dann schlich sie zur Tür und öffnete sie gerade bis vor den Punkt, an dem sie üblicherweise zu quietschen begann. Leise bewegte sie sich durch die Burg ihres Vaters, sie wußte genau welche Wege die Wachen nehmen würde, und konnte ihnen leicht aus dem Weg gehen. Sie wußte, daß heute | + | Mit einem erleichterten Ausatmen löste sie den strengen Zopf, den Sorlon, der Herr des Landes und ihr Vater für angemessen hielt, und den ihre Amme zur Perfektion gebracht hatte und fühlte sich, als würde sie die Fesseln um ihren Kopf ablegen und endlich frei denken können. Sie schlüpfte schnell in ihre Fellstiefel und wickelte den Mantel fest um ihren Körper. Dann schlich sie zur Tür und öffnete sie gerade bis vor den Punkt, an dem sie üblicherweise zu quietschen begann. Leise bewegte sie sich durch die Burg ihres Vaters, sie wußte genau welche Wege die Wachen nehmen würde, und konnte ihnen leicht aus dem Weg gehen. Sie wußte, daß heute Tresk die Wache auf dem südlichen Wachturm hatte, vermutlich schlief er längst. Die Turmwache war die Strafe dafür, daß er zuletzt erwischt wurde bei der Wache eingeschlafen zu sein. Ihr Vater war der Meinung, daß man bei dem Wind und der Kälte dort oben auf dem Turm einfach nicht schlafen konnte. Charani hätte ihm sagen können, daß er da wohl recht hatte, aber Tresk immer ein Plätzchen fand, wo er schlafen konnte. |
| − | Vorsichtig öffnete sie die Tür des Südturms, und ríchtig. Dort saß | + | Vorsichtig öffnete sie die Tür des Südturms, und ríchtig. Dort saß der Wachmann an die Wand gelehnt und schlief. Flink und leise schlich sie die hölzerne Treppe es Turmes hinauf, routiniert mied sie es auf die knarzenden Stellen der der alten Holzstiege zu treten. |
Version vom 18. Oktober 2012, 09:58 Uhr
In ihrem weißen Nachthemd wirkte sie wie ein Gespenst, als sie seufzend aus ihrem großen Bett stieg. Ihre Amme lag dort, in tiefem Schlaf versunken und schnarchte in einer Lautstärke, die Charani keiner Frau zugetraut hätte, wenn sie es nicht selber jede Nacht hätte hören können. Wie immer schlief sie so tief, daß sie nicht bemerkte, wie Charani ihr Zimmer verließ. "Und sowas soll meine Unversehrtheit bewahren." schnaufte sie in Gedanken. Sie ging zu ihrer Truhe und holte in gewohnter Stille und Umsicht ihren dunkelblauen Lieblingsmantel hervor. Sie warf ihn sich über die Schultern und begann ihren müden nächtlichen Lauf, wenn sie wieder einmal nicht schlafen konnte, die Finger an ihre hämmernden Schläfen gepresst. Wenn dies eine gute Nacht war, würde sie nach ihrem nächtlichen Spaziergang durch die Burg vielleicht doch noch etwas Schlaf finden.
Mit einem erleichterten Ausatmen löste sie den strengen Zopf, den Sorlon, der Herr des Landes und ihr Vater für angemessen hielt, und den ihre Amme zur Perfektion gebracht hatte und fühlte sich, als würde sie die Fesseln um ihren Kopf ablegen und endlich frei denken können. Sie schlüpfte schnell in ihre Fellstiefel und wickelte den Mantel fest um ihren Körper. Dann schlich sie zur Tür und öffnete sie gerade bis vor den Punkt, an dem sie üblicherweise zu quietschen begann. Leise bewegte sie sich durch die Burg ihres Vaters, sie wußte genau welche Wege die Wachen nehmen würde, und konnte ihnen leicht aus dem Weg gehen. Sie wußte, daß heute Tresk die Wache auf dem südlichen Wachturm hatte, vermutlich schlief er längst. Die Turmwache war die Strafe dafür, daß er zuletzt erwischt wurde bei der Wache eingeschlafen zu sein. Ihr Vater war der Meinung, daß man bei dem Wind und der Kälte dort oben auf dem Turm einfach nicht schlafen konnte. Charani hätte ihm sagen können, daß er da wohl recht hatte, aber Tresk immer ein Plätzchen fand, wo er schlafen konnte. Vorsichtig öffnete sie die Tür des Südturms, und ríchtig. Dort saß der Wachmann an die Wand gelehnt und schlief. Flink und leise schlich sie die hölzerne Treppe es Turmes hinauf, routiniert mied sie es auf die knarzenden Stellen der der alten Holzstiege zu treten.